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Bitte Marx lesen, Robespierre oder auch Gorbatschow

Fortsetzung zu den 217. PPR-News KW 21 / 2013

zum Thema: Von einer auch wirklich gefährlichen Inflation: wie der Begriff Revolution durch so vielen Missbrauch an Gehalt und Wirklichkeitsbezug längst verloren hat

Dadurch, dass der Begriff Revolution so inflationär verwendet wird, hat er jegliche Bedeutung und damit seinen eigentlichen Sinn verloren. Denn was wir heute als Revolution bezeichnen, beschreibt Neuerungen, Trends und Fortschritte. Die heutigen »Alltagsrevolutionen« bringen tatsächlich keine radikalen Veränderungen mit sich. Wenn sich dann jedoch wirkliche Revolutionen – in einem Land politische, soziale und ökonomische Umbrüche, angetrieben von der eigenen Bevölkerung – vollziehen, fehlen uns die passenden Worte zu den passenden Taten, um letztere würdig und realtitätsgenau zu beschreiben. Denn der Begriff kann nicht gleichzeitig dem neuen Design des Autoherstellers XY einerseits und den Umbrüchen in den Staaten des Arabischen Frühlings andererseits gerecht werden. Auch die Erwartungshaltung an Revolutionen wird durch die inflationäre Verwendung des Begriffs verändert. Dadurch gehen wir dazu über, stets harmlosere Entwicklungen mit ihnen zu assoziieren – ja, diese sogar zu erwarten. Eine Revolution ist jedoch ein Prozess, der sich über Jahre blutigst hinziehen kann, der dann auch passend Bürgerkrieg zu nennen ist, und im französischen Sinne scheitern könnte. Bisher konnte sich so etwa in keinem der beteiligten Länder der Arabellion eine Demokratie und Zivilgesellschaft herausbilden. Festzuhalten gilt, eine Inflation ist tatsächlich eine Geldentwertung, nichts anderes; eine Revolution ist epochal, nicht anderes. Gut, dass die Wende 1989 eine friedliche Revolution war.

Lesen Sie diese Woche außerdem auf kluge-kommunikation.net: Von Revolutionen, die keine sind. Hinterher ist man tatsächlich klüger.

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Von Revolutionen, die keine sind

217. PPR-News KW 21 / 2013

Zum Thema: Von einer auch wirklich gefährlichen Inflation: wie der Begriff Revolution durch so vielen Missbrauch an Gehalt und Wirklichkeitsbezug längst verloren hat

Social Media und Smartphones revolutionieren die zwischenmenschliche Kommunikation. Amazon hat das Online-Shopping revolutioniert und Autohersteller versuchen sich mit Design-Revolutionen ihrer Modelle gegenseitig zu übertrumpfen. Im heutigen Sprachgebrauch scheint nahezu alles des Begriffes »Revolution« würdig, was mäßige bis große aber vor allem immer positive Veränderungen mit sich bringt. Über die wirkliche Bedeutung dieses Wortes sind sich viele jedoch nicht mehr im Klaren. Denn Revolution bezeichnet eigentlich einen schnellen, radikalen, in der Regel sogar gewaltsamen Umsturz aller gegebenen Verhältnisse. Unter Einfluss der Französischen Revolution bildete sich vor allem die politische Komponente des Begriffes heraus, während die Industrielle Revolution im 18. und 19. Jahrhundert tiefgreifende ökonomische und soziale Veränderungen mit sich brachte und so den Begriff prägte. Revolution leitet sich aus dem spätlateinischen »revolutio« ab, was »das Zurückwälzen« oder »die Umdrehung« heißt. Wenn wir heute dieses Wort hören, denken wir jedoch eher weniger an tatsächliche Umwälzungen, die sämtliche Bereiche des gesellschaftlichen Lebens betreffen, als an oberflächliche Modeerscheinungen. Wären das alle Revolutionen, Gott behüte, wäre unsere Gesellschaft schon längst untergegangen.

Thema nächste Woche:
Das sind die richtigen Alter Egos: Wie Delegieren funktioniert und sogar Spaß macht

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DER SPIEGEL: Warum absurde und lächerliche Schlagzeilen nicht über Qualität siegen dürfen

Fortsetzung 216. PPR-News KW 20 / 2013

Zum Thema: Das besonders junge Problem des alten »DER SPIEGEL«: Warum Qualität gemeinsam mit Online- und Offline-Ansprüchen nicht mehr zu leisten ist

Als am 4. Januar 1947 die erste Ausgabe von DER SPIEGEL erschien, war damit ein Nachrichtenmagazin geboren, das bis heute aufgrund seines Einflusses auf die öffentliche Meinungsbildung oft als Leitmedium bezeichnet wird. Und in der Tat hat das Qualitätsmedium als Printausgabe mit Ruhe, Ressourcen und detaillierten Recherchen zurecht eine große Leserschaft bis heute gehalten. Grund dafür ist unter anderem die große Dokumentationsabteilung, die jeden Satz und jeden Fakt eines SPIEGEL-Schreibers penibel überprüft hat. Jede Woche muss innerhalb des SPIEGEL-Systems als Nachrichtenmagazin die Chronistenpflicht sauber und präzise erfüllt werden, was mündige Leser schätzen. Dem gegenüber steht eine Entwicklung, wie sie vom damaligen ersten Chefredakteur Rudolf Augstein nicht abzusehen war: SPIEGEL ONLINE – die laut statista zweitstärkste Nachrichtenseite in Deutschland. Auf Platz eins steht bild.de. Was wir brisant finden? Dass SPIEGEL ONLINE bild.de in nichts nachsteht: Vermeintliche Fakten werden nicht überprüft, sondern durch Zitation anderer Medien als wahr dargestellt. Absurde und wirklich lächerliche Themen werden groß aufgebaut. Und auch im Übrigen sind Schlagzeilen wie »Verklemmte Cockpit-Tür – Klo-Pilot verursacht Flugabbruch«, »Syrien-Politik der Türkei – Erdogan hat sich verzockt« oder »Ehre für Gauck: Christus-Statue erstrahlt in Schwarz-Rot-Gold« von keiner Art von Seriosität geprägt, selbst wenn man den SPIEGEL-typischen Zynismus einrechnet. Wenn zudem handwerkliche Fehler in der Sachlage, dazu etwa in der Rechtschreibung und Grammatik hinzukommen, wird es schwierig, der Redaktion, die zwar zum SPIEGEL-Verlag gehört, aber redaktionell und unternehmerisch vom Magazin getrennt ist, Vertrauen zu schenken. SPIEGEL ONLINE ist vielmehr ein plumpes Online-Erregungs- als ein demokratisch-wichtiges Print-Nachrichtenmedium. Es gibt heutzutage die zwei Welten Print und Online, die sich kaufmännisch nicht zusammenführen lassen. Ich kaufe das Heft nicht mehr, weil ich keine Zeit dafür habe und SPIEGEL ONLINE nehme ich nur vorsichtig an. Bestimmt bin ich nicht der einzige Leser, der sich fragt: Wie soll SPIEGEL mit mir Geld verdienen?

Thema nächste Woche: Von einer auch wirklich gefährlichen Inflation: wie der Begriff Revolution durch so vielen Missbrauch an Gehalt und Wirklichskeitsbezug längst verloren hat

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Mediale Maschinen: Warum Journalisten dem Erwartungsdruck nicht mehr gerecht werden

216. PPR-News KW 20 / 2013

Zum Thema: Das besonders junge Problem des alten »DER SPIEGEL«: Warum Qualität gemeinsam mit Online- und Offline-Ansprüchen nicht mehr zu leisten ist

Bereits seit Jahren vollzieht sich ein Wandel im Berufsfeld des Journalisten, der so massiv ist, dass schier nicht enden wollende Diskussionen über diese Veränderungen die Folge sind. Wir lesen Nachrichten unterwegs auf unserem Smartphone oder auf dem Tablet-PC. Durch die Medienkonvergenz – die Annäherung verschiedener Einzelmedien – wurde schließlich der Anspruch auf crossmediales Arbeiten im Journalismus erhoben; Grenzen zwischen den Einzelmedien können jedoch nicht überschritten werden. Ein klassisches Printmedium muss weiterhin ganz anders bedient werden als ein modernes Online-Medium. Demzufolge müssen Journalisten heute mediale Alleskönner sein: Weil es kein Limit an Datenmengen mehr gibt, was das Publizieren online betrifft, müssen Schreiber umdenken und mehrere Kanäle bedienen. Klassische Ressort-Journalisten gibt es heute kaum noch – Fachwissen und Tiefe gehen merklich verloren. Die Technik hingegen wird stetig erweitert und optimiert. Was ist jedoch wichtiger? Eine aktuelle Umfrage in den USA hat ergeben, dass 53 Prozent der Online-Nachrichtenkonsumenten ihre Informationen zwar regelmäßig im Internet lesen, klassischen Medienmarken allerdings mehr Vertrauen schenken. 60 Prozent der Befragten gaben an, dass sie zur Bestätigung Magazine und Zeitungen, die ohne das Internet groß geworden sind, heranziehen. Was ist aber in Deutschland aus einem klassischen Qualitätsmagazin wie DER SPIEGEL geworden?

Thema nächste Woche: Von einer auch wirklich gefährlichen Inflation: wie der Begriff Revolution durch so vielen Missbrauch an Gehalt und Wirklichskeitsbezug längst verloren hat

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Kann die Drosselung auch Vorteile haben? Eine persönliche Einschätzung

Fortsetzung 215. PPR-News KW 18 / 2013

Zum Thema: Vor- und Nachteile der Beschränkung des Datenvolumens: Wie PPR Hamburg das Vorgehen der Deutschen Telekom bewertet

Es war bisher immer die Rede davon, dass nur Neukunden bei Abschluss eines DSL-Tarifes mit der Volumenbegrenzung konfrontiert seien. Allerdings scheint das nur die halbe Wahrheit zu sein. Das IT-Portal heise.de meldet aktuell, dass mit einem Wechsel der Basistechnologie für den DSL-Anschluss, also von der Breitband- zur IP-Technologie, auch Bestandskunden durchaus Nachteile haben werden. Angeblich zwar erst ab 2016, doch wer kann das zum jetzigen Zeitpunkt klar beantworten? Die Verantwortlichen halten sich bedeckt, möchten unterstreichen, dass zu unrecht Kritik laut wird. Was jedoch Fakt ist: Die Deutsche Telekom muss ihr Breitbandnetz ausbauen, so spiegel.de. Das alles kostet bares Geld. Doch wie gehen wir als Verbraucher und denkende Bürger damit um? Wäre es nicht angebracht, sich einmal zu fragen, wie wir das Datenvolumen, das uns zur Verfügung steht, sinnvoll nutzen? Nicht nur am Arbeitsplatz, sondern auch in unserer Freizeit. Heutzutage sind wir verwöhnt vom uneingeschränkten Zugriff auf Nachrichten im Minutentakt, tagesaktuelle Videos, Mitschnitte, Sendungen, Spiele oder Internet-Telefonie. Selbstverständlich möchte das keiner von uns missen. Aber eine Hinterfragung des Nutzungsverhaltens ist möglich. »Gedrosselte Geschwindigkeit«: Das sollte im Alltag öfter wörtlich genommen werden. Eine Entschleunigung in unserer schnelllebigen Welt könnte allen Verbrauchern zugute kommen. Wir sind keine Befürworter der neuen Verträge, jedoch immer dafür, aus Veränderungen zu lernen. Ab heute, dem 2. Mai 2013, soll die Datendrosselung in die AGB einfließen, sofern man einen neuen Vertrag bei der Deutschen Telekom abschließt. Bisher entscheidet der Kunde, ob er solch einen neuen Vertrag möchte oder nicht. So können wir wohl aus heutiger Sicht sagen: Abwarten, ob es auch so bleibt.

Thema nächste Woche: Das besonders junge Problem des alten »DER SPIEGEL«: Warum Qualität gemeinsam mit Online- und Offline-Ansprüchen nicht mehr zu leisten ist

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Weniger Volumen, mehr Kritik: Warum sich die Deutsche Telekom rechtfertigen muss

215. PPR-News KW 18 / 2013

Zum Thema: Vor- und Nachteile der Beschränkung des Datenvolumens: Wie PPR Hamburg das Vorgehen der Deutschen Telekom bewertet

Kurz nach Bekanntwerden der Drosselungsvorhaben der Deutschen Telekom kursiert in den Medien ein neuer Name für Europas größtes Telekommunikationsunternehmen. »Drosselkom« muss derzeit im enormen Umfang Spott und Kritik ertragen. An der Spitze der Aktiengesellschaft versucht René Obermann als Vorstandsvorsitzender zu rechtfertigen, warum die Pläne für DSL-Tarife mit Volumenbegrenzung Sinn machen – mit Argumenten, die von Experten sofort entkräftet werden. Außerdem auffällig ist, dass Werbung von der Deutschen Telekom gezielt dort platziert wird, wo kritisch in den Medien berichtet wird. Jüngst geschehen auf stern.de. Es wirkt fast so, als versuche das Unternehmen zu verhindern, dass statt ihrer eigenen Anzeigen falsche (satirische) Werbebanner weiter in Umlauf gebracht werden. Doch dafür scheint es zu spät. Kritik hagelt es von allen Seiten, so auch aus den Reihen der Bundesregierung, beispielsweise von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler, der die Netzneutralität gefährdet sieht. Ist das Verhalten der Politiker gerechtfertigt, wenn man bedenkt, dass die 1995 aus der frühreren Deutschen Bundespost entstandene Deutsche Telekom privatisiert ist, also alle staatlichen Aktivitäten in den privaten Wirtschaftssektor gelagert sind? Zum Teil: Die Bundesrepublik Deutschland hält direkt 15 Prozent und indirekt über die KfW Bankengruppe 17 Prozent der Aktien der Deutschen Telekom AG. Wie sollte sich das Unternehmen also entsprechend vehalten, um den Anforderungen seiner Kunden – und der Bundesregierung – gerecht zu werden?

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Vom Mitmachen und Sperrenlassen: Wahlkampf oder Wahrheit auf Wikipedia?

Fortsetzung 214. PPR-News KW 17 / 2013

Zum Thema: Vom Schein und von der Wirklichkeit – wie deutsche Politiker im Vorwahlkampf um ihre gute oder schlechte Reputation im WWW kämpfen

Nach zwölf Jahren Bestehen gehört Wikipedia heute laut dem Serverdienst Alexa zu den zehn häufigsten frequentierten Seiten weltweit. Demnach landete das Online-Lexikon im März dieses Jahres weltweit auf dem sechsten Platz. Die Wichtigkeit des Lexikons ist damit zu begründen, dass jeder Nutzer seinen Beitrag leisten kann. Das hat selbstverständlich auch negative Auswirkungen. Online-Lebensläufe können von jedermann gezielt verändert werden – sei es durchs Schlechtmachen oder Beschönigen. In den USA ist diese Praktik schon längst keine neue Erfindung mehr: »Edit Wars« nennt man die Manipulation von Politiker-Biografien im Netz, mit der Stimmung für oder wider politische Abgeordnete gemacht wird. Bereits 2006 wurden Hunderte von Wikipedia-Einträgen von US-Parlamentariern derart bearbeitet, dass eine falsche Wahrheit suggeriert wurde. Die Täter: unbekannt. Auch in Deutschland machten sich die Parteien bereits zur Bundestagswahl 2009 Gedanken, wie sie solchen Szenarien begegnen. Eine sinnvolle Umgehensweise mit dem Medium Internet im Wahlkampf scheint allerdings auch 2013 noch nicht vollständig durchdacht. Wikipedia setzt auf seine Richtlinien, Foren und registrierte Nutzer als eigene Kontrollmechanismen. Dass jüngst einem Nutzer mit einer Klage von Seiten des betroffenen Politikers gedroht wurde, weil er sich über die Qualität eines Eintrages äußerte, belegt, wie unausgereift der Umgang mit dem Mitmach-Lexikon noch immer ist. Als Einzelperson ist es 2013 noch wichtiger, Aussagen, Verhaltensweisen und Realitätsversprechen der Politiker zu hinterfragen. Nur so besteht die Chance, Sein und Schein angemessen beurteilen zu können.

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Von Fettnäpchen und Verläumdungen: Warum es sich lohnt, Wahlkampfpraktiken zu hinterfragen

214. PPR-News KW 17 / 2013

Zum Thema: Vom Schein und von der Wirklichkeit – wie deutsche Politiker im Vorwahlkampf um ihre gute oder schlechte Reputation im WWW kämpfen

Gibt man bei duden.de »Wahlkampf« als Suchwort ein, erscheint unter der Worterklärung direkt das verwandte Wort »Wahlschlacht« – eine nochmalige Steigerung der ohnehin schon negativ konnotierten Selbstdarstellung von Politikern zwischen den Wahlperioden. In Deutschland wird zwar erst am 18. September 2013 der neue Bundestag gewählt, doch schon jetzt können den Parteispitzenkandidaten klare Positionen, Tugenden und Verhaltensmuster zugewiesen werden. Besonders auffällig und jüngst wieder während der Schlacht ins Fettnäpfchen getappt: Peer Steinbrück. Der SPD-Mann möchte 2013 »Kanzler der Bundesrepublik Deutschland« werden – und muss jetzt entsprechende Konsequenzen für unüberlegt gewählte Worte erwarten. Dass er so manchen Fehltritt lieber ungeschehen machen würde, können wir uns vorstellen. In der Realität ist das Ausradieren von bereits Geschehenem nicht möglich; im World Wide Web sieht das jedoch anders aus: Auf Wikipedia, dem 2001 gegründeten freien Onlinelexikon, werden beschreibende Einträge und Erläuterungen zu Politikern verändert, gekürzt und nicht selten geschönt – oder negativiert. Wie Spiegel Online bereits zum Wahlkampf 2008 berichtete, ließ der Linkspartei-Bundestagsabgeordnete Lutz Heilmann die deutsche Seite des Mitmach-Lexikons vorübergehend sperren, als sein Eintrag durch Darstellungen, die seinem Ruf schädigen könnten, bearbeitet wurde. Die Folge: Kritik aus den eigenen Reihen. Parteifreunde fanden seine Reaktion unangemessen. Doch wie verhalten sich Politiker im Falle von manipulierten Wikipedia-Einträgen angemessen?

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Verpasste Chance auf der anderen Seite: Wofür Deutschland nicht bekannt ist

Fortsetzung 213. PPR-News KW 16 / 2013

Zum Thema: Das sind patente Leute – wie deutsche Ingenieure und Erfinder die Wirkung von »Made in Germany« weltweit kommuniziert haben

Denken Entscheider von Unternehmen und Konzernen also an Deutschland, denken viele von ihnen automatisch an die hohe Qualität aus dem Maschinen- und Anlagenbau, der Elektrotechnik, dem Automobilbau. Woran sie nicht denken: die Informationstechnologie. Wir haben einen wichtigen Industriezweig so gut wie verschlafen, deutsche Ingenieure und Konzerne haben diese Branche nicht mitentwickelt. Bei diesen neuen Technologien spielt Deutschland im Weltmaßstab so gut wie keine Rolle – wir sind in der Informations- und Kommunikationstechnologie praktisch nicht auf der Landkarte vertreten, wie alle Entscheider wissen und erzählen. Deutschland muss von führenden ausländischen Managern lernen, kann jedoch nur schwer aufschließen zu den einflussreichen Nationen der Branche. Dabei haben moderne Informations- und Kommunikationstechnologien entscheidende Auswirkungen: auf die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft, die Leistungsfähigkeit der öffentlichen Verwaltung, des Bildungssystems und der Wissenschaft. Für den deutschen Mittelstand ist der Zugang zu Informationstechnologien unverzichtbar, um auch in Zukunft das Rückgrat der deutschen Wirtschaft zu bleiben. Bitkom und das European Information Technology Observatory (EITO) prognostizieren Deutschland für das Jahr 2013 1,4 Prozent mehr Umsatz in der Informations- und Kommunikations-technologie. Zum Vergleich: Für die USA wird ein Plus von 6,5 Prozent erwartet. Unser Land muss jetzt das Breitbandnetz ausbauen und zu neuen Erfindern der IT werden. Warum ist Bill Gates kein Deutscher, Herr Daimler und Herr Thyssen gleichwohl? So ist das Label »Made in Germany« ein besonders gutes, nur nicht dort, wo die Welt sich rasant ändert: in der IT-Revolution, die so bedeutend ist wie die industrielle Revolution.

Thema nächste Woche:
Vom Schein und von der Wirklichkeit – wie deutsche Politiker im Vorwahlkampf um ihre gute oder schlechte Reputation im WWW kämpfen

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Erfolg auf der einen Seite: Warum deutsche Qualität international schon seit jeher geschätzt wird

213. PPR-News KW 16 / 2013

Zum Thema: Das sind patente Leute – wie deutsche Ingenieure und Erfinder die Wirkung von »Made in Germany« weltweit kommuniziert haben

»Made in Germany« – diese drei Worte stehen weltweit für hohe Qualität und bescheren deutschen Unternehmen Milliardengewinne. Das Ironische daran: Ursprünglich wurde dieses Qualitätssiegel gar nicht in Deutschland entwickelt. Vor mehr als 125 Jahren verabschiedete das englische Parlament den sogenannten Merchandise Marks Act, der dafür sorgte, dass fortan auf Waren eindeutig das Herkunftsland angegeben werden musste. Die Intention der britischen Regierung war es zwar, die heimische Wirtschaft vor importierten Waren zu schützen, doch die Maßnahme verfehlte ihr Ziel: Schon bald stellten die britischen Konsumenten fest, wie hochwertig beispielsweise Porzellan und Bestecke aus Deutschland waren. Und bereits Ende des 19. Jahrhunderts trugen die erstarkenden Branchen Maschinenbau und Elektrotechnik dazu bei, das Siegel »Made in Germany« konsequent aufzuwerten. »German Engineering« – das steht heute für deutsche Wertarbeit, technische Perfektion und Solidität. Enorm viele und immer neue Patente hat Deutschland seit Jahrzehnten inne. Auch auf der Hannover Messe, der weltweit wichtigsten Industriemesse, wurde deutlich, wie hoch angesehen Deutschland als Wirtschafts- und Industrienation ist. Mit mehr als 6.550 Ausstellern aus 62 Ländern und rund 225.000 Besuchern – jeder vierte davon aus dem Ausland – erfüllte die laut eigenen Angaben seit zehn Jahren stärkste Hannover Messe hohe Erwartungen.

Thema nächste Woche: Vom Schein und von der Wirklichkeit – wie deutsche Politiker im Vorwahlkampf um ihre gute oder schlechte Reputation im WWW kämpfen