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Von zuweilen verborgenen Bekannten

Ein interessantes Thema, worauf es sich immer wieder ein Blick zu werfen lohnt, sind deutschsprachige Entlehnungen, die es in andere Sprachen “geschafft” haben. Häufig – und auch schon an dieser Stelle – geht es um deutsche Wörter, die es in die Weltsprache Englisch verschlagen hat. So zum Beispiel „Kindergarten“ oder „Schadenfreude“.

Tatsächlich gibt es aber unzählige mehr oder weniger verborgene deutsche Begriffe in zahllosen Sprachen – sogar in außereuropäischen Idiomen. Die angepasste Schreibweise lässt dies oftmals nicht auf den ersten Blick erahnen, die Aussprache hilft dann schon eher.

Doch schauen wir zunächst einmal bei unseren europäischen Nachbarn. Neben vielen Begriffen aus der Seefahrt und – leider historisch gut nachvollziehbar – aus dem Militärjargon, finden sich zum Beispiel im Polnischen so schöne und auch für deutsche Augen auf den ersten Blick verständliche Begriffe wie „kindersztuba“ oder „hochsztapler“. Auch wer zum Apfel im „Szlafrock“ gerne ein wenig Musik hört, kann dies in Polen verständlich machen, wenn er „szlagier“ fordert.

Auch wer sich weiter Richtung Osten wagt, findet hier und dort noch vertraute Schnipsel der deutschen Sprache. Sogar bis ins ferne Korea haben es deutschsprachige Ausdrücke geschafft. Darunter so unterschiedliche Vokabeln wie „arŭbait’ŭ“, was so viel wie „Nebenbeschäftigung“ oder „Aushilfsarbeit“ bedeutet und – wie unschwer zu erkennen ist – auf das Wort „Arbeit“ zurückgeht. Aber auch die „Neurose“ und das „Glockenspiel“ finden sich in Korea, natürlich in sprachlich angepasster Form, nämlich als „noiroje“ und „kŭllok’ensyup’il“.

Selbst ins Griechische, die altehrwürdige Sprache der Philosophen und Gelehrten, für die alle anderen Sprache nur „barbarisch“ waren, haben es ein paar vereinzelte Ausdrücke geschafft. Kaum zu glauben, aber offensichtlich fehlten den Brüdern von Sokrates und Platon die Worte für „Poltergeist“, zu griechisch „poltergaist“, und „Kitsch“, „kits“ – komisch irgendwie.

Ein besonders schönes Beispiel zum Abschluss: Im Hebräischen wird das at-Zeichen @ „Strudel“ genannt, da es in der Form an das verschlungene Gebäck erinnert, dessen Benennung ins Hebräische übernommen wurde.

Schon erstaunlich, welche Wege Sprache manches Mal geht. Und immer einen Blick wert.

Lesen Sie diese Woche auch auf www.kluge-kommunikation.net: “Von Herren und Vätern” und „Erkennt nur Qualität Qualität?“. Hinterher ist man tatsächlich klüger.

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Von Herren und Vätern

Nachdem ich mich im letzten Jahr an dieser Stelle der Geschichte des Muttertages gewidmet habe, sind dieses Mal die Herren der Schöpfung an der Reihe. Am Donnerstag ist Christi Himmelfahrt – oder, je nach Region, Herren- bzw. Vatertag. Was genau der biblischen Geschichtserzählung zufolge an Himmelfahrt geschah, haben wohl nur die wenigsten präsent, obwohl der Name einen mehr als eindeutigen Hinweis gibt: Christi Himmelfahrt wird 39 Tage nach dem Ostersonntag gefeiert und bezeichnet im christlichen Glauben die Rückkehr Jesus‘ als Sohn Gottes zu seinem Vater in den Himmel.

Der Vatertag ist, wie könnte es anders sein, eine etwas modernere Erfindung. In den USA, dem Land, aus dem der Vatertag stammt, wird dieser an einem Sonntag im Juni begangen – und nicht in zeitlichem Zusammenhang mit Himmelfahrt. Der Feiertag entstand dort in der Folge des Sezessionskriegs des 19. Jahrhunderts durch die Tochter eines Soldaten, der in eben jenem Krieg gekämpft hatte. Vermutlich wurde sie durch die Einführung des Muttertages beeinflusst und rief im Jahr 1910 eine Bewegung für die Ehrung von Vätern ins Leben. Erst in den 1970ern wurde daraus ein offizieller Feiertag. Aber zurück über den großen Teich: In weiten Teilen Deutschlands wird Himmelfahrt als Vatertag begangen – in dem Gebiet der ehemaligen DDR jedoch eher als Herrentag bezeichnet und praktiziert. Praktisch, so haben auch Nicht-Väter einen Grund, feiern zu gehen – ob sie Herren sind oder nicht.

Die heutige Form der Feiern zum Vatertag kam vermutlich Ende des 19. Jahrhunderts in Berlin und Umgebung auf. Kernelement dabei war wahrscheinlich die Einweihung der Jüngeren in die Sitten und Unsitten von Männlichkeit. Welche Sitten am Herrentag gelehrt werden, entzieht sich meiner Kenntnis – die alljährlichen Vatertagstouren zeugen jedoch bei näherer Betrachtung der genutzten Gefährte oder Beiwagen von viel Ideenreichtum und handwerklichem Geschick. Kommunikation erfolgt bei den meisten spätestens ab dem Nachmittag übrigens überwiegend nonverbal. Was aber auch zu funktionieren scheint.

Lesen Sie diese Woche auch auf www.kluge-kommunikation.net: „Erkennt nur Qualität Qualität?“ und „Klug oder nicht, wissen wir nicht“. Hinterher ist man tatsächlich klüger.

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Erkennt nur Qualität Qualität?

Wer in einem äußerst guten Unternehmen arbeitet, gehört zu den äußerst guten Führungskräften. Wer in einer äußerst guten Schule ist, gehört zu den äußerst guten Schülern. Wer in einem äußerst guten Umfeld lebt, gehört zu den äußerst guten Persönlichkeiten. Wen Qualität auszeichnet, besondere Qualität, der erkennt ausgezeichnete Qualität. Stimmt das, was immer wieder in der Philosophiegeschichte gesagt wurde und was immer wieder gern gesagt wird: Nur Qualität erkennt Qualität?

Nun, ich glaube fest daran, dass Qualität sich entwickelt. Es ist belegt, dass nicht jeder, der besonders gut gefördert wird, der besonders talentiert ist und der besonders fleißig ist, besonders gut wird. Andersrum schaffen es, Gott sei Dank, immer wieder Menschen, die in eher schwierigen Umständen Persönlichkeiten werden, Persönlichkeiten von höchster Qualität zu werden. Das ist äußerst komplex und kaum zu beschreiben, weder in einer Pisa-Studie noch in einem Gutachten, weder in einer Magazingeschichte und erst recht nicht in einem Blog.

Was heute gleichwohl das Thema ist, als Unterthema zur Kommunikation von Führungskräften, ist die Frage, wer erkennt, dass das Gegenüber eine Persönlichkeit von höchster Qualität ist oder werden kann. Ich glaube sehr daran, dass Führungskräfte offen sein müssen für viele verschiedene Menschen – und dass sie gut daran tun, diese Offenheit zu kommunizieren und zu leben. Denn ob der eine oder andere, der eine ersichtlich sofort, der andere unersichtlich zuerst, der richtige Partner von höchster Qualität ist, zeigt sich nicht besonders allein am Auftreten, an der Kleidung, am Zeugnis, an Herkunft, an der Biografie. Wer das Glück hat, besonders gut zu sein, dem ist zu wünschen, dass er von Menschen umgeben ist, die dieses einlösen, zumindest im Berufsleben und in der Wirtschaft.

Es ist eben keine Binse, dass nur der sich qualitätsvoll gemäß seiner Qualität entfalten kann, wenn ihm dazu vom Gegenüber, von der Führungskraft der Raum und die Zeit und die Führungskultur gegeben werden, diese Qualität zu entfalten.

Für ein Unternehmen heißt das ganz einfach: Je besser die Kunden oder je besser die Dienstleiser, desto besser das Ergebnis und das Ausschöpfen der Möglichkeiten, in dieser Form qualitätsvoll arbeiten zu können.

Wer heute eine Führungskommunikation der falschen Autorität hat, erlaubt diese Entfaltung nicht. Wer heute bei Fehlern den Rücken stärkt, wenn diese eingeräumt und dann gern und gut aufgeräumt werden, der wird auf Menschen stoßen, die das Vertrauen gewinnen, selbständig weiter voran zu marschieren. Wer heute sich keine Zeit nimmt, eine Idee zu schildern, Ziele zu definieren oder auch wichtigste Hinweise zu geben, der wird eher von Menschen umgeben sein, die aufgrund der fehlenden guten Führungskommunikation auch keine besonders gute Arbeit leisten können. Wer heute nur fordert, gar nur einklagt, absolutistisch und hart, wer nicht unterstützt, wenn es notwendig ist, wer nicht lobt und nicht Stärken stärkt und wer nicht Verständnis dafür aufbringt, fünfe auch mal gerade sein zu lassen, der wird im Grunde nicht die Qualität erhalten, die er vielleicht gleichwohl sucht.

Ein schwieriges Thema erneut. Ein lohnenswertes. Erkennt Qualität nur Qualität? Ja und nein, ganz und gar und ganz und gar gar nicht. Gleichwohl gibt es die These von seriösen Wissenschaftlern, dass es im Grunde nicht die Idee, das Produkt, die Finanzierung und die Herkunft sind, die den Erfolg eines Unternehmens begründen. Die These beschreibt, dass, wenn die 100 Besten in einem Raum ein Unternehmen gründen wollten, das Unternehmen unabhängig von der Ausgangskonstellation nur eine große Erfolgsgeschichte schreiben könne. Ich weiß nicht, ob das funktioniert. Den Hinweis darauf, dass Google, soweit ich weiß, zu Anfang und bis heute nur Doktoren und Akademiker aufnimmt in die bislang kurze Firmenhistorie, erscheint in diesem Beispiel als Beleg der These. Dort wollten die Gründer die Besten an Bord haben und haben mit den Besten eine der heute größten Firmen aufgebaut. Andersherum lässt sich Qualität nicht nur an Bildung, an Biografie und an der Persönlichkeit ablesen, dafür ist die Antwort auf die Frage, wer in einem Unternehmen dann die Rolle einnimmt, das Unternehmen voranzutreiben, viel zu komplex. Bildung, Biografie und Persönlichkeit geben jeder Führungskraft gleichwohl die Hinweise, die in der Summe zum größten Erfolg führen.

Bei PPR Hamburg haben wir ausschließlich Akademiker im Team. Wir suchen die Besten und finden sie und sie kommen gerne zu uns. Selten verschätzen wir uns, wen wir an Bord holen. Gleichwohl erkennen wir alle erst nach sechs Monaten, wie jemand ist, und er oder sie erkennt, wie wir sind. Die Zeit, die Menschen eingeräumt werden muss, sich zu zeigen und auch zu entfalten, ist ein weiterer Parameter für den Umstand, dass dann Qualität auf Qualität trifft, wenn sie dann auch tatsächlich von beiden Seiten später beurteilt werden kann.

Ich arbeite gern mit Führungskräften, besonders gern mit den besonders guten. Bei ihnen habe ich immer, fast immer die Gelegenheit, auch meine besondere Qualität zu liefern. Ich schätze es sehr, gefordert zu werden; und ich schätze es sehr, wenn solche Führungskräfte, je besser sie sind, je wirksamer von unserer Arbeit profitieren.

Erkennt nur Qualität Qualität? Irgendwie schon, irgendwie nicht. Zu erkennen ist immer Leistungsbereitschaft, glaube ich. Die zu erkennen, fällt manchmal manchen schwer. Die zu erkennen, ist zugleich das Erste, was eine Führungskraft würdigen wird – wenn es dann dazu führt, dass Qualität dazu kommt, dann konnte die Führungskraft erkennen, was der andere oder die andere dafür tut, äußerst gut sein zu wollen. Einsatz ist sofort erkennbar und sofort messbar.

Was Qualität ist, ist eine anderes, neues Thema. Im Grunde bin ich der Überzeugung, dass der, der Qualität erkennt und der, der Qualität liefert, es zumindest einfacher haben: Sie ziehen dort, in diesem Segment, an dieser Stelle, mit diesen Persönlichkeiten eher an einem Strang.

Und, das ist für mich die Pointe am Schluss, dann macht Qualität um sich und bei sich zu haben, auch Spaß, besonders qualitätsvollen Spaß.

Lesen Sie diese Woche auch auf www.kluge-kommunikation.net: „Von Hahnenschwänzen und hochprozentigen Resten“ und „Krisen-Kommunikation lebt vom Grundrauschen im Tagesgeschäft“. Hinterher ist man tatsächlich klüger.

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Krisen-Kommunikation lebt vom Grundrauschen im Tagesgeschäft

Fortsetzung zu den 166. PPR-News KW 19 / 2012

zum Thema: Kommunikationsdesaster Aldi Süd – warum ein Grundrauschen die beste Vorsorge für solche Tage ist.

Obwohl Aldi Süd zunehmend aus Sicht von manchen Redaktionen in Erklärungsnot geriet und mit einem enormen Imageschaden zu rechnen hätte, wirkten die Informationen, die in die Medien kamen,
distanziert und knapp. Statt dass die Öffentlichkeit in größerer Tiefe und Breite über das Gesamtmodell informiert wurde, konzentrierten sich Berichte auf wirkliche oder nur vermutete Vorfälle.
Es schien so, dass es weder eine die Vorwürfe medial wirksam entkräftende Offensivtaktik gab, noch erläuterte man in einer Transparenz-Kampagne, was die Stärken des Discounters sind – zumindest
hing in vielen Medien zu viel unwidersprochen in der Luft. Einen wünschenswerten Umgang mit Kritik schließt ein, das Gute und Verlässliche eines Unternehmens zu erzählen, mindestens als
Gegengewicht zum entstehenden pointierten Bild des Gegenteils. Vielleicht gleichwohl erledigen die Unternehmen diesen Job hochprofessionell und engagiert. Vielleicht dringen sie nur nicht in die Breite
der Berichterstattung vor, da manche Medien dies dann in solchen Tagen nicht erzählen wollen. Also, aufgepasst, nicht alles ist so, wie es scheint. Mit Informationen, das ist die Antwort und Lehre aus
solchen Tagen, regelmäßig nach außen gehen, stetig, breit und tief, erscheint uns die Grundlage für das Grundrauschen, das in Krisenfällen noch am meisten hilft.

Lesen Sie diese Woche auch auf www.kluge-kommunikation.net: “Von Hahnenschwänzen und hochprozentigen Resten“. Hinterher ist man tatsächlich klüger.

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Klug oder nicht, wissen wir nicht

166. PPR-News KW 19 / 2012

zum Thema: Kommunikationsdesaster Aldi Süd – warum ein Grundrauschen die beste Vorsorge für solche Tage ist.

Und wieder einmal geriet ein Discount-Riese in die Negativ-Schlagzeilen. Nachdem es 2008 bereits diverse Stories über Lidl gab, dominieren dieser Tage Vorwürfe gegen das Unternehmen Aldi Süd die
Massenmedien. Unser Eindruck war, dass der Discounter zuerst kaum etwas von etwaigen Anschuldigungen wissen wollte. Statt sich schnell konkret, breit und offensiv zu äußern, wirkten die
Reaktionen distanziert. Die starken Seiten kamen kaum vor, viel erzählten Medien, darunter der SPIEGEL, von nicht so schönen Vorfällen. Wer jahrelang bei Aldi einkauft, kauft dort gern – und nicht
nur, weil es preiswert ist. Die Qualität der Produkte ist hoch, die Abläufe klar definiert, die Zuverlässigkeit enorm. Da ist eine Menge auf der Habenseite, und der Erfolg gibt Aldi recht.

Lesen Sie diese Woche auch auf www.kluge-kommunikation.net: “Mehrheiten, Minderheiten, Besonderheiten“ und „Das Werkzeug Versprechen“. Hinterher ist man tatsächlich klüger.

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Von Hahnenschwänzen und hochprozentigen Resten

Nachdem letzte Woche an dieser Stelle ein recht ernsthaftes Thema verhandelt wurde, wollen wir uns diese Woche wieder der leichteren Kost zuwenden. Der Sommer kündigt sich mehr und mehr an und mit ihm mehren sich auch die Menschen, die es in Biergärten und Straßenbars zieht. Ein beliebtes Getränk ist dabei stets der Cocktail in seinen verschiedensten Ausformungen.

Tatsächlich hat sich der Begriff nicht nur im Deutschen schon vollständig eingegliedert in die Sprache, ohne dass hinterfragt würde, woher dieser Begriff eigentlich stammt. Auch im Englischen wird heutzutage wohl kaum jemand zunächst an die ursprüngliche Bedeutung „cocktail“ – zu deutsch „Hahnenschwanz“ – denken, sondern vielmehr an schöne bunte Getränke mit reichlicher Frucht-Verzierung am Rand.

Der Begriff ist so selbstverständlich und lange schon mit einem Mixgetränk verbunden, dass die Herkunft tatsächlich nicht vollständig geklärt werden kann. Es gibt aber verschiedene Theorien, die alle ihren Reiz haben.

Eine beruft sich auf die Tradition der Hahnenkämpfe. Der Eigentümer des Siegerhahnes durfte dem unterlegenen Tier nach Ende des Kampfes einige Schwanzfedern herausreißen. Auf diese Federn wurde beim anschließenden Umtrunk angestoßen – „on the cock’s tail“.
Eine sehr ähnliche Legende erzählt davon, dass eben dieser Triumphtrunk mit den zuvor „erbeuteten“ Hahnenfedern garniert wurde.

Eine ganz andere Wendung nimmt die Herkunftsgeschichte, die davon ausgeht, dass der Name sich auf die vielen Farbfacetten (gleich einem bunten Hahnenschwanz) bezieht.

Eine wieder andere Legende beruft sich auf die in New Orleans in Eierbechern servierten Getränke. Eine Verballhornung des französischen Wortes für Eierbecher, „coquetier“, wurde so zu „Cocktail“.

Am Schluss die – alkoholtechnisch anspruchsvollste – Geschichte aus einer unbekannten Bar in den USA. Die Theke zierte eine hohle Hahnenstatue, in die der Barkeeper alle Getränkereste schüttete und, wieder abgezapft, günstig veräußerte. Der Preis brachte die Beliebtheit und so angeblich die Popularität des Cocktails.

Wie auch immer es gewesen sein mag, am Schluss bleibt noch die Frage, wie es der Cocktail vom Hahnenkampf zur Cocktailsauce geschafft hat. Aber das ist ein anderes Kapitel.

Lesen Sie diese Woche auch auf www.kluge-kommunikation.net: “Mehrheiten, Minderheiten, Besonderheiten“ und „Das Werkzeug Versprechen“. Hinterher ist man tatsächlich klüger.

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Mehrheiten, Minderheiten, Besonderheiten

Die Landtagswahl im hohen Norden vom vergangenen Sonntag sorgt wieder einmal dafür, dass Begrifflichkeiten mit Ländern assoziiert, ja, verbunden werden. Beim Versuch der Regierungsbildung in Kiel ist die Rede von der sogenannten Dänenampel – weil der südschleswigsche Wählerverband die dänische Minderheit in Schleswig-Holstein repräsentiert und, was vielleicht noch wichtiger ist, nicht die Fünfprozenthürde zu bewältigen hat, um im Landtag vertreten zu sein.

Die Verbindungen zwischen Schleswig-Holstein und Dänemark sind, schon geographisch bedingt, sehr eng, politisch war man sich durch die Jahrhunderte mal mehr, mal weniger nah und doch stets beieinander. Lange war das Herzogtum Schleswig dänisch, Holstein war bis zum Preußisch-Österreichischen Krieg unter Verwaltung Österreichs. In diesem Fall scheint die Verbindung zwischen Dänen und den Norddeutschen klar. Doch wie sieht es eigentlich mit den sogenannten Ruhrdeutschen aus? Dass das heutige Polen einst preußisches Kernland war und die Preußen durchaus auch im Ruhrgebiet aktiv waren, wurde in diesem Blog ja schon an anderer Stelle beschrieben – Stichwort Borussia Dortmund. Geographisch haben beide Gegenden aber wenig miteinander gemein.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts kam es zu einer verstärkten Migration aus dem Gebiet des früheren Königreichs Polen, zumeist aus Masuren, der Kaschubei, zum Teil auch aus Oberschlesien, in die Bergbaugegenden des Ruhgebiets. Motiviert durch die Aussicht auf Beschäftigung und den durch die Industrialisierung stark gewachsenen Bedarf an Arbeitskräften kamen sie in das heutige Nordrhein-Westfalen. Vielen von ihnen blieben – und viele ihrer Nachfahren sind noch heute anhand „eingedeutschter“, ursprünglich polnischer Namen zu erkennen. Solche Beispiel gibt es viele in der Geschichte: Gleich ob Russlanddeutsche, Ruhrpolen, Schwabenkinder oder -gänger: Manch Nachname oder Bezeichnung verrät heute noch viel über die ursprüngliche Herkunft der Vorfahren.

Lesen Sie diese Woche auch auf www.kluge-kommunikation.net: „Das Werkzeug Versprechen“ und „Wenn das Wort zu viel gilt“. Hinterher ist man tatsächlich klüger.

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Das Werkzeug Versprechen

Es gibt eine Krux für Führungskräfte. Das Kreuz, das sie tragen, wenn sie etwas versprochen haben. Wenn sie etwas in Aussicht gestellt haben. Wenn sie sich haben hinreißen lassen, etwas für die Zukunft vorherzusagen. Ein Versprechen, das nicht gehalten wird, ist wie ein Bumerang: das nicht eingelöste Versprechen kommt zurück.

Beispiele? Schauen wir nach Frankfurt an die Börse. Die Gewinnprognosen von börsennotierten DAX-Unternehmen haben konkrete Folgen, wenn sie nicht eingehalten werden. Schauen wir zu Bundeskanzlern wie Gerhard Schröder, der eine bestimmte Zahl genannt hat, an der er sich hat messen lassen, als es darum ging, die Senkung von Arbeitslosenzahlen als Leistungsversprechen zu geben.

Nehmen wir aktuell den Kandidaten der SPD für die Wahl in Schleswig-Holstein: Torsten Albig nannte als Ziel und damit als Versprechen, mindestens 35 Prozent zu erreichen. Nun ist er bei 30 Prozent gelandet und seine Glaubwürdigkeit hat einen unangenehmen Kratzer bekommen. Schauen wir die an, die ein neues Werk bauen wollen und das auch sagen. Sehen wir nach Hamburg, wo die Elbphilharmonie nicht fertig ist, es gleichwohl sein sollte; Termin um Termin der Fertigstellung nach hinten geschoben wird, die Arbeiten nun weitgehend ruhen. Schauen wir auf Einstellungsdebatten in Unternehmen, die Hoffnungen, die von ihnen ausgehen und die erreicht, die daran glauben wollen, dass im nächsten Jahr mehr eingestellt wird.

Versprechen Führungskräfte Gehalts- und Lohnerhöhungen und halten das nicht ein, demotiviert das und ist kaum wieder einzufangen.

Versprechen sind so eine Sache. Meine eigene Tochter achtet haarklein darauf, dass ihr Vater seine Versprechen einhält. Sie baut, sie setzt, sie verlässt sich darauf, dass das, was ihr Vater als Versprechen definiert, von ihm auch umgesetzt wird.

Versprechen abzugeben ist für uns Menschen wichtig. Der, der das Versprechen erhält, vertraut darauf, dass dessen Inhalt umgesetzt wird. Wenn es dramatisch wird, hängt manchmal sogar ein Stück Leben davon ab. Menschen brauchen Versprechen, weil sie damit wieder einen Schritt nach vorn gehen können; weil das Versprechen ihnen Kraft gibt, die Zukunft, die nahe und die ferne, zu meistern. Versprechen sind, da sie häufig einem Schutzbefohlenen gemacht werden, der Belegschaft, der eigenen Anhängerschaft, ein starkes Instrument in der Hand einer Führungskraft, sei sie Vater oder Vorstandsvorsitzender eines DAX-Unternehmens oder Bundeskanzlerin oder Bundeskanzler. Versprechen sind sogar eine Waffe in einem Kampf: Wir werden siegen, das verspreche ich Euch. Versprechen sind ein Kundenbindungsinstrument; wer sie einhält, hält den Kunden.

Wenn Versprechen nicht gehalten werden, also im Sinn der Adressaten gar gebrochen werden, wenn sie ins Gegenteil gekehrt werden, wenn das, was man versprochen hat oder einem was einem versprochen wurde, nicht eintritt, sondern alles schlimmer wird?

Dann haben alle Führungskräfte ein Problem. Häufig kein kleines. Häufig ein großes. Was ist zu tun?

Es ist nachzudenken und zu überlegen, wann eine Führungskraft wem wie ein Versprechen unterbreitet.

Meine Tochter und ich haben alle Versprechen eingehalten. Alle, wirklich alle? Ja, ich glaube, ich kann sagen, alle. Wie das ging?

Die Kommunikation geht so für den, der das Instrument Versprechen klug einsetzen will: Bevor der Vater oder wer auch immer ein Versprechen eingeht, gibt es eine Menge an Wörtern, die unterhalb der Bedeutung eines Versprechens funktionieren: Ich stelle Dir in Aussicht…, ich versuche, das hinzukriegen…, ich bemühe mich, Deinen Wunsch zu erfüllen…, ich werde darüber nachdenken, wie ich damit umgehe…, wenn das so weiter geht und wenn das sich so weiter entwickelt, werde ich vielleicht in der Lage sein, das einzulösen… – und so weiter.

Wer leichtfertig ein Versprechen eingeht, handelt leichtfertig. Es ist Tiefenschärfe notwendig, damit man, bevor man ein Versprechen eingeht, mit der Sprache sorgfältig arbeitet und in der Tiefe die richtigen Wörter findet.

Wer Tiefenschärfe besitzt, kann viel Gutes sagen, bevor er das Band des Versprechens knüpft und daran vielleicht aufgehängt wird, sich die Schlinge des nicht eingelösten Versprechens um den Hals zuzieht.

Schröder hatte sich hinreißen lassen. Warum? Ein Kennzeichen, ein Versprechen ungewollt einzugehen, ist, dass Druck aufgebaut wird: von der Belegschaft, von den fragenden, den drängenden Journalisten, von sich selbst, weil man ein guter Mensch sein will, der Menschen mit Hilfe eines Versprechens froh, vielleicht gar glücklich machen will.

Disziplin ist gefordert, eine beinharte Disziplin, sich nicht hinreißen zu lassen – und die Fähigkeit, die Sprache und die Wörter in jedem Moment, und sei er auch noch so emotional, sorgfältig zu wählen und einzusetzen.

Wer auf der Betriebsfeier nachts um zwei Uhr auf die Gehaltserhöhung angesprochen wird, wer dann leutselig ist und die Erhöhung verspricht, der ist ein wenig verloren am nächsten Morgen und in der nächsten Woche, weil das Versprechen in der Luft hängt, und das Einlösen gefordert wird.

Im Kern will ich heute damit beschreiben, wie wirksam und wie unheilvoll ein Versprechen sein kann. Es zeigt, wie stark, wie genau und wie diszipliniert Führungskräfte sein müssen, wenn das nicht eingelöste Versprechen nicht wie ein Bumerang zurückkommen soll.

Es hilft, dann einen Pressesprecher zu haben, einen PR-Berater, einen Kommunikationsexperten, eine Ehefrau, die bremst, die warnt, die formuliert, die die Tiefenschärfe der deutschen Sprache beherrscht, damit das Versprechen nicht bricht, weil sie wissen, dass die Führungskraft nach einem uneingelösten Versprechen ein wenig, ein wenig mehr stürzt und sich eine blutige Nase holt.

Wer, das zum Schluss, das Versprechen gut nutzt und bewusst damit umzugehen gelernt hat, der ist in der Lage, das Versprechen als äußerst starkes Werkzeug einzusetzen.

Dort müssen wir alle hin. Dann entfalten sich Kräfte, die der Führungskraft auf starke Weise helfen.

Das ist ein Versprechen.

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… und so ist es heute

Fortsetzung zu den 165. PPR-News KW 18 / 2012

zum Thema: Über die Bedeutung des 1. Mai – was ist vom Tag der Arbeit noch geblieben?

Mehr als 400.000 Demonstranten wurden nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes in diesem Jahr bundesweit auf den Demonstrationen zum 1. Mai gezählt. Der Protest richtete sich diesmal vor allem gegen prekäre Jobs, Dumpinglöhne und Leiharbeit. Kurz: „Arbeit soll sich lohnen.“ Dass es wieder einmal so viele Leute waren, die die Straße einem Ausflug ins Grüne vorgezogen haben, zeigt, dass in Deutschland trotz des Aufschwungs noch einiges zu tun ist. Es ist gut und richtig, dass der 1. Mai Jahr für Jahr dafür genutzt wird, öffentlich auf notwendige Verbesserungen der Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen. Unverständnis herrscht hingegen immer darüber, warum nach den friedlichen Kundgebungen vor allem in Hamburg und Berlin jedes Jahr aufs Neue Krawalle ausbrechen. Zwar geht der Tag der Arbeit auf die Zusammenstöße in Chicago zurück, sollte jedoch diesbezüglich nicht zum Vorbild genommen werden – denn durch Krawalle werden die Arbeitsbedingungen sicher nicht besser. Fast scheint es, als hätten die gewaltbereiten Demonstranten den Ursprung des 1. Mai schon vergessen.

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So kam es zum Tag der Arbeit

165. PPR-News KW 18 / 2012

zum Thema: Über die Bedeutung des 1. Mai – was ist vom Tag der Arbeit noch geblieben?

126 Jahre ist es nun her, dass die nordamerikanische Arbeiterbewegung zu einem Generalstreik im Frühjahr 1886 aufrief. Hintergrund war die Forderung nach einem Achtstundentag, welcher bereits am 1. Mai 1856 in Australien bei einem Massenstreik gefordert wurde, und an dessen Beispiel sich Amerika nun ein Vorbild nahm. Besonders bekannt ist von diesem Protesttag in Amerika der Protest in einer Fabrik in Chicago, den die Betriebsleitung nicht duldete, die Mitarbeiter daraufhin aussperrte und die freigewordenen Stellen mit Einwanderern besetzen wollte. Die sozialistische „Arbeiter-Zeitung“ startete daraufhin eine groß angelegte Kampagne gegen das Unternehmen, so dass für die knapp 1.000 freien Stellen nur 300 Bewerbungen eingingen – dies gilt bis heute als einer der größten Siege einer Gewerkschaft überhaupt. Doch damit war das Spektakel noch nicht zu Ende: Drei Wochen später veranstaltete der Chefredakteur der „Arbeiter-Zeitung“ eine Versammlung, die – wohl nicht zufällig – auf den 1. Mai fiel. Danach folgten mehrtägige Streiks in Chicago und zahlreiche blutige Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten, bei denen Polizisten sowie Demonstranten starben und verletzt wurden. Als Erinnerung an diese schwerwiegenden Proteste wurde schließlich seit dem 1. Mai 1890 ein „Protest- und Gedenktag“ in der ganzen Welt begangen.

Lesen Sie diese Woche auch auf www.kluge-kommunikation.net: „Die missbrauchen das Recht auf Meinungsfreiheit“ und „Wenn das Wort zu viel gilt”. Hinterher ist man tatsächlich klüger.